Sicherungsmöglichkeiten für
Bergsport
Sicherheit geht vor!
Im Bergsport
gibt es mehrere Möglichkeiten zur Sicherung, die zum Teil
unterschiedliche Vorteile bieten. Um wirklich sicher unterwegs
zu sein. Muss man um die Einsatzmöglichkeiten und Eignungen der
verschiedenen Sicherungsmöglichkeiten bescheid wissen.
Eine gängige Sicherungsmethode ist die Halbmastwurf Sicherung
(HMS). Dabei wird das Seil jeweils mit einem speziellen
Karabinerhaken gesichert. Diese Sicherungsmethode lässt sich
vielfältig anwenden. Sie ist meist eine der ersten
Sicherungsmethoden, die Einsteigern vermittelt wird und
insofern elementar. Die Halbmast Sicherung hat mehrere
Vorteile. So weist sie eine hohe Bremskraft (bezogen auf die
Reibung mit dem Seil) auf. Allerdings ist das Seil somit auch
einem höheren Verschleiß ausgesetzt. Die HMS ist sowohl für den
Vorstieg als auch für den Nachstieg geeignet. Mit ihr können
Körper- und Fixpunktsicherung gleichermaßen durchgeführt
werden. Des Weiteren bringt die HMS kaum Materialaufwand mit
sich. Außer dem Karabiner wird nichts benötigt. Die HMS zählt
nicht umsonst als eine der bewährtesten Sicherungen für
Anfänger. Sie ist recht leicht zu erlernen und ermöglicht
schnelles Ein- und Ausgeben des Seils.
Etwas weiter in die Materie geht es mit der
Achter Sicherung. Diese Sicherung sollte man erst
erlernen, wenn man mit dem Handling der HMS und der Tube
bereits vertraut ist. Die Achter Sicherung besteht aus
einem Metallstück, dass aus zwei Ringen (8-förmige
Öffnungen) besteht, und arbeitet stets in Kombination mit
einer HMS Sicherung. Vorwiegend wird die Achtersicherung
zum Sichern beim Klettern benutzt. Sie hat eine
geringfügigere Bremskraft als die HMS Sicherung, wodurch
aber andererseits auch schneller Seil ausgegeben werden
kann. Die Achter Sicherung wird alternativ in V-förmiger
oder eckiger Form geboten. Insbesondere die V-Form hat
eine höhere Bremskraft, im Vergleich zur normalen Achter
Sicherung. Da die Achtersicherung eher etwas für Profis
ist, ist sie für unerfahrenere Bergsteiger nicht ohne
Weiteres zu empfehlen.
Die am weitesten verbreitete Sicherungsmethode arbeitet mit den
sogenannten Tuben. Diese Sicherungsmechanismen erinnern von
ihrem Erscheinungsbild her ein wenig an Rohrschellen. Tuben haben eine sehr
geringe Bremskraft. Der Nachteil dadurch ist jener, dass bei
einer willkürlichen Bremsung sehr viel Kraft aus der Hand
aufgebracht werden muss. Der Vorteil wiederum besteht darin,
dass mit einer Tube dadurch sehr leicht Seil ein- und wieder
ausgegeben werden kann. Tuben können bei unterschiedlichen
Aufgabengebieten des Bergsteigens als Sicherungsgerät
dienen. Allerdings ist die Tube nicht geeignet, um einen
Nachsteiger zu sichern. Im Falle eines Sturzes müsste der
Sichernde nämlich das Seil nach oben reißen, was dem
eigentlichen Reflex beim Sichern widerspricht. Einige
Tuben-Modelle haben jedoch eine zusätzliche Öse, um diese
Problematik zu umgehen.
Da es viele verschiedene Tuben gibt, sollte man sich genau mit
deren Funktionsweisen und Möglichkeiten auskennen. Im
Alpenverein wird standardgemäß der Umgang mit Tuben vermittelt.
Durch ihre weite Verbreitung im Bergsport sollte auch jeder
Bergsteiger, der verantwortungsbewusst zu Werke geht, um die
Funktionsweise und den professionellen Einsatz der Tube
bescheide wissen. Denn so gut die Tube auch als
Sicherungsinstrument sein mag: Bei unsachgemäßem Gebrauch
vermag sie keinerlei Sicherheit zu gewähren. Denn solch
ein komplexes Konstrukt wie das unsere ist nur so stark
wie sein schwächstes Glied und hält ebensowenig wie
wenn in einem Gerüst nur eins der Edelstahlrohre falsch gesetzt ist. -
Sicherheit geht vor!
|